Prim. Dr. Josef Molcan

FA für Chirurgie

Inhalt

Behandlungsmöglichkeiten von Erkrankungen der Venen

Einleitung:

Jede 2. Frau und jeder 3. Mann bekommen im Laufe des Lebens sogenannte Krampfadern. Bei der Entstehung von Krampfadern spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

Die Formen der Krampfadern reichen von einer Erweiterung der kleinsten Hautvenen (Besenreiser), die hauptsächlich ein kosmetisches Problem darstellen, bis zur sogenannten Stammvarikose: Erweiterung der großen und kleinen Rosenvenen am Oberschenkel und Unterschenkel bei einer undichten Mündungsklappe.

Die Besenreiser und kleineren Seitenastkrampfadern bedürfen in der Regel keiner Operation, da sie kaum Beschwerden verursachen und meistens durch sogenanntes Veröden hervorragend behandelt werden können.

Die Stammvarikose bei einer oder mehreren undichten Mündungsklappen sollten operativ behandelt werden, um die langsame Verschlechterung der Erkrankung zu verhindern. Im Laufe der Jahre kommt es bei einer unbehandelten Stammvarikose bei etwa 50% der Patienten zu verschiedenen Komplikationen (Entzündung, Thrombose, Ekzem, Geschwür, offenes Bein).

Zur Haltbarkeit einer operativen Behandlung der Krampfadern ist zu sagen, dass nur ganz selten neue operationswürdige Krampfadern entstehen, meistens durch einen neu aufgetretenen Klappenfehler.

Vor der Operation:

Wie bei allen geplanten Eingriffen sollten Sie 2 Wochen vor der Operation keine aspirinhältigen Medikamente einnehmen, da diese die Blutgerinnung verschlechtern. Alle bisher verschriebenen Medikamente (auch Pillen), sollten Sie nach Absprache mit mir, weiter einnehmen.

Teilen Sie eine eventuelle Erkrankung (Verkühlung, Grippe, schwerer Schnupfen,...) rechtzeitig in meiner Ordination mit, damit Ihr Termin verschoben werden kann.

Nach einer ambulanten Operation sollten sie nicht selbst mit dem Auto fahren, es sollte eine Abholung organisiert werden.

Der Eingriff:

Für die operative Behandlung der Krampfadern stehen je nach Schwere der Erkrankung 3 Methoden zur Auswahl.

  1. Klassische Operation mit Entfernen der erkrankten Venen (Stripping).

    Die Operation der Krampfadern kann ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Vor der Operation erfolgt eine genaue Sonographieuntersuchung, wobei die undichten Klappen markiert und der Verlauf der Krampfadern angezeichnet wird.

    In den meisten Fällen erfolgt ein etwa 2 cm großer Schnitt in der Leiste oder in der Kniebeuge, mehrere weitere kleinste Schnitte am Oberschenkel und Unterschenkel ermöglichen die Entfernung der erkrankten Venenanteile.

    Die feinen Nähte werden nach 7 - 10 Tagen entfernt, meistens bleiben nach der abgeschlossenen Wundheilung kaum sichtbare Narben über.

    Nach der Operation muss der Patient etwa 6 Wochen einen Kompressionsstrumpf tragen. In den ersten 24 Stunden soll das Bein möglichst oft hochgelagert werden.

  2. Intravenöse Laserbehandlung.

    Intravenöse Laserbehandlung Intravenöse Laserbehandlung

    Es ist eine neue minimal invasive Behandlungsmethode für variköse Venen.

    Dabei wird ein Laser-Lichtleiter direkt in die erkrankte Vene eingeführt.

    Die über den Lichtleiter eingebrachte Laserenergie bewirkt mit einem einfachen thermischen Effekt den fortlaufenden Verschluss des Gefäßes.

    Somit wird die zugrunde liegende Ursache der Varicose behoben.

    Postoperativ muss der Patient 20-30 Minute gehen; ein Kompressionsstrumpf muss etwa 2 Wochen getragen werden.

    Diese Operation erfolgt in lokaler Betäubung.

  3. Intravenöse Schaumverödung.

    Ebenfalls eine neuartige minimal invasive Operationsmethode: aus einem Verödungsmedikament wird ein dichter Schaum hergestellt.

    Ein Spezialkatheter wird unter Ultraschall-Kontrolle knapp an die undichte Klappe herangeführt.

    Durch Einspritzen des dichten Schaumes wird die erkrankte Vene verschlossen, der Vorgang wird mit der Ultraschallsonde kontrolliert.

    Diese Operation ist nahezu schmerzfrei und kann auch ohne Betäubung durchgeführt werden.

    Ein Kompressionsstrumpf muss 2 Wochen getragen werden, nach der Operation soll der Patient ausreichend spazieren gehen.

Unabhängig von der Behandlungsmethode erfolgt ein Verband und eine Kontrolle am Tag nach der Operation.

Während der ersten Tage nach der Operation wird auch eine sogenannte Thromboseprophylaxe mit kleinen Spritzen durchgeführt, die der Patient ab dem 2.Tag selbst verabreichen kann.

Mögliche Schmerzen nach der Operation können ausreichend mit Tabletten behandelt werden, und dauern meistens nicht länger als 24 Stunden an.

Mögliche Komplikationen:

Seriöser Weise muss der Patient aufgeklärt werden, dass in seltenen Fällen auch Komplikationen auftreten können.

Nach einer Krampfadernoperation ist die häufigste Komplikation eine Blutergussbildung, die eigentlich zur Operation dazugehört und der Kompressionsverband soll diese Blutergussbildung möglichst in Grenzen halten.

Nach 3 bis 4 Wochen sind auch größere Blutergüsse meistens spurlos verschwunden.

Andere Komplikationen (Nervenverletzung, Thrombose der tiefen Venen, usw.) sind äußerst selten und bei einer sorgfältigen Operationstechnik sowie bei Befolgen der Anweisungen nach der Operation nicht zu befürchten.

Die Dauerergebnisse der neuen minimal invasiven Operationen mit Laser oder Schaum sind noch nicht ausreichend dokumentiert, da sie erst vor einigen wenigen Jahren eingeführt wurden.

Kosten:

Die Kosten für die Operation werden individuell nach der geplanten Operationsdauer, Material- und Personalaufwand berechnet.

Die Pflichtversicherungen übernehmen einen Teil der OP-Kosten, sodass der Selbstbehalt, je nach Versicherung, zwischen 20 und 80 % des Gesamthonorars betragen kann.

Falls Sie eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben, entfällt der Selbstbehalt.

Die genauen Kosten der Operation werden Ihnen vor dem Eingriff verbindlich mitgeteilt.

Falls Sie weitere Fragen zur Operation und der Behandlung nach der Operation haben, besprechen Sie diese bitte persönlich mit mir.

Adresse

Pfarrgasse 2 A-8970 Schladming Tel. +43 (0)3687 / 22887

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Abteilungsleiter Allgemeine Chirurgie EMCO Privatklinik