Prim. Dr. Josef Molcan

FA für Chirurgie

Inhalt

Hand- und Fußchirurgie

Karpaltunnelsyndrom:

Beschreibung:

Der Patient berichtet über ein, seit Monaten andauerndes, "Einschlafen" seiner rechten Hand. Hauptsächlich betroffen ist sein Zeige-, Mittel- und Ringfinger.

Er beschreibt das störende Gefühl als Ameisenlaufen, Taubheit oder Brennen im Fingerkuppenbereich und teilweise im Hohlhandbereich. Durch Aufstehen und Armkreisen war der Schmerz bisher immer zu verbessern, aber während der letzten Wochen erlebte er fast keine schmerzfreie Nacht.

Auch feinere Arbeiten, die Fingerfertigkeit erfordern sind nur erschwert durchführbar.

Es wären ihm auch schon Gegenstände aus der Hand gefallen und seine Unsicherheit bei der Verrichtung täglicher Bewegungsabläufe wird immer größer.

Diagnose:

Die Beschwerden entsprechen dem typischen Krankheitsbild eines "Karpaltunnelsyndroms". Dies ist eine mechanische Einengung eines Handnervs (Nervus Medianus), welcher gemeinsam mit Beugesehnen durch einen engen Führungskanal am Handgelenk, den Karpaltunnel durchlaufen muss.

Die Erkrankung betrifft Patienten im mittleren bis höheren Lebensalter. Ihre Entstehung wird durch manuelle Tätigkeiten begünstigt.

Im fortgeschrittenen Stadium kommt es neben der oben beschriebenen Symptome oftmals zu Muskelschwund im Daumenballenbereich mit deutlichem Kraftverlust beim Faustschluss.

Die Diagnose stellt der Arzt nach genauer Analyse der Krankengeschichte und eingehender Untersuchung. Er sollte Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik (Nervenreizungen im Halswirbelsäulenbereich, Bandscheibenschäden,...) ausschließen.

Zur Untermauerung der Diagnose empfiehlt es sich eine elektrische Leitfähigkeitsuntersuchung (EMG) des Nervus Medianus durchzuführen.

Deutliche Verlängerung derselben beweist das Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms.

Behandlung:

Die Therapie versucht zunächst mit konservativen Maßnahmen durch nächtliche Ruhigstellung des Handgelenks und mit Infiltrationen Abschwellung und Entzündungshemmung herbeizuführen, um dem Nerv in seinem Kanal wieder mehr Platz zu schaffen.

Bessert sich der Zustand nur vorübergehend oder gar nicht, sollte eine Operation empfohlen werden. Dieser Eingriff kann in Allgemeinnarkose, Leitungsanästhesie oder auch in Lokalanästhesie durchgeführt werden.

Das Ziel der Operation ist es, durch Spaltung eines Bandes eine Entlastung des Nerven zu ermöglichen und damit Entzündung und Schmerz dauerhaft zu stoppen.

Dieser kleine Eingriff benötigt keinen stationären Aufenthalt und kann ambulant durchgeführt werden.

Ganglion:

Beschreibung:

Das Ganglion ist eine prallelastische bis knochenharte Vorwölbung, meistens im Bereich der Gelenkskapseln oder Sehnenscheiden.

Alle Gelenke können betroffen sein, vor allem die Gelenke der Hand.

Ein Ganglion enthält eine gallertartige Flüssigkeit, es verdrängt benachbartes Gewebe und verursacht dadurch Beschwerden, abhängig davon, wie groß es ist und wie stark es auf Nerven, Gefäße, Sehnen oder Gelenke drückt.

Behandlung:

Eine Behandlung mit Medikamenten bringt keinen dauerhaften Erfolg.

Die Operation erweist sich als sinnvollste Behandlung: Der Eingriff erfolgt meistens ambulant in örtlicher Betäubung.

Vor Operationsbeginn legt der Arzt mit einer Blutdruckmanschette eine Blutsperre an. So kann der Eingriff in Blutleere sicher durchgeführt werden.

Das Ganglion wird durch einen kleinen Hautschnitt vom benachbarten Gewebe abgelöst und entfernt.

Es handelt sich um einen risikoarmen Routineeingriff der nach der Operation einige Tage Schonung erfordert.

Tennisarm:

Beschreibung:

Einige Muskeln des Unterarmes sind über einen sehnigen Ansatz mit der Knochenhaut der Außenseite des Ellbogens verbunden.

Starke Belastungen können zu entzündlichen Erscheinungen am Sehnenansatz führen, die bei bestimmten Bewegungen Schmerzen verursachen.

Meist ist es der Sehnenansatz der Streckmuskulatur der Hand und der Fingern, seltener der Beugemuskulatur, betroffen.

Ursache ist eine wiederholte Überanstrengung im Beruf oder im Sport.

Behandlung:

Wenn andere Behandlungsmethoden (Ruhestellung, Medikamente, Gymnastik, Infiltrationen) nicht zur dauerhaften Besserung der Beschwerden führen, wird eine Operation empfohlen.

Die Operation kann in Vollnarkose oder in lokaler Betäubung ambulant durchgeführt werden.

Nach Anlegen einer Blutdruckmanschette für die Blutsperre wird durch einen Hautschnitt über dem Ellbogenfortsatz, der Sehnenansatz der betroffenen Sehnen vom Knochen teilweise abgelöst, um die Spannung zu verringern.

Nerven, die den Schmerz aus dem betroffenen Bereich weiterleiten, können durchgetrennt werden. Dabei bleibt die Funktionstüchtigkeit des Armes erhalten.

Nach der Operation ist eine Ruhigstellung bis zur Nahtentfernung erforderlich, anschließend Schonung und Physikotherapie.

In der Regel handelt sich um einen risikoarmen Routineeingriff.

Dupuytren´sche Kontraktur:

Beschreibung:

Die Greiffläche der Hand ist durch Bindegewebszüge durchsetzt, es handelt sich um Ausläufe einer Sehne am Unterarm. Hier können Wucherungen des Bindegewebes entstehen, die sich mit der Zeit verhärten und schrumpfen.

Die Krankheit verläuft in Schüben, wobei sich der zeitliche Ablauf nicht vorhersehen lässt. Anfangs ist nur die Bindegewebsplatte in der Hohlhand durch Verhärtungen betroffen und die Erkrankung wird nicht schlimm empfunden.

Im fortgeschrittenen Stadium kommt es jedoch zu einer dauerhaften und fortschreitenden Beugestellung der Fingern.

Die Funktionstüchtigkeit der Hand wird zunehmend eingeschränkt.

Lange bestehende Beugestellung der Fingern führt zu Versteifung der Gelenke, die auch durch eine Operation nicht mehr korrigiert werden können.

Nur durch eine rechtzeitige Operation können diese Folgen vermieden werden, andere Behandlungsmaßnahmen versprechen keinen dauerhaften Erfolg.

Behandlung:

Die Operation erfolgt in Regionalbetäubung oder in Allgemeinnarkose. Um Blutungen zu verhindern und eine bessere Übersicht zu schaffen, wird der Eingriff in Blutleere durchgeführt.

Je nach Ausmaß der Erkrankung werden verschieden Schnittführungen gewählt und das veränderte Gewebe möglichst vollständig entfernt.

In der Hand liegen die Gefäße, Nerven und die Sehnen sehr eng beieinander und sind durch die krankhaften Wucherungen eng ummauert. Die Operation muss daher mikrochirurgisch oft mit Hilfe einer Lupenbrille durchgeführt werden.

Eine große Erfahrung des Operateurs für diesen technisch sehr schwierigen Eingriff ist Voraussetzung für den Erfolg der Operation.

Adresse

Pfarrgasse 2 A-8970 Schladming Tel. +43 (0)3687 / 22887

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Abteilungsleiter Allgemeine Chirurgie EMCO Privatklinik